Mail von Marie-Luise

Von: "malu_e@freenet.de"
An: Saalfeld-Samaipata ; saalfeld-samaipata@gmx.de
Gesendet: Samstag, den 12. März 2011, 23:01:29 Uhr
Betreff: RE: zur Info - unsere aktuelle Vereinadresse und Telefon

hallo liebe vereinsmitglieder.
ich wende mich nun mit einer bitte an euch:

nachdem ich vor 2 jahren in santa cruz gearbeitet hatte, ging ich nach la paz und arbeitete dort unter anderen in einem heim für behinderte- IDAI.
dieses projekt ist staatlich und soweit ich weiß ist dort bisher auch kein anderer träger beteiligt. dies merkt man deutlich an der organisation.
leider musste ich bei meinem besuch jetzt feststellen, dass sich in den letzten 2 jahren praktisch nichts verbessert hat.
zum beispiel sind dort für 16 teils schwerst behinderte kinder nur 2 nichtausgebildete frauen zuständig, die 24 h am stück arbeiten, bevor sie 24 h frei haben. sie müssen essen zubereiten, füttern, wickeln, wäsche waschen... dies führt dazu, dass die frauen die kinder praktisch nur am leben erhalten, aber nicht viel mehr. schrecklich finde ich zum beispiel auch, dass pro person die nicht aufs klo gehen kann täglich nur 2 windeln zur verfügung stehen. seit wochen bekommen die betreuerinnen auch keine damenbinden mehr für die frauen ,die ihre tage haben, so dass lappen benutzt werden!
wie gesagt, die situation ist die selbe wie vor 2 jahren.
deshalb habe ich beschlossen, zu versuchen in deutschland monatlich soviel geld zu sammeln, dass ich die tägliche windelration erhöhen kann (denn aus diesem mangel resultieren andere probleme, wie dass die kinder am tag praktisch nichts zu trinken bekommen, dass sie am klo festgebunden werden und dort ewig sitzen,...).
zu diesem zweck habe ich einen vertrag mit einer bolivianischen windelfirma gemacht, die ab jetzt monatlich windeln an das heim liefern.
allerdings musste ich im büro der administradora des heims feststellen, dass sie einen großen berg erwachsenenwindeln von der fluggesellschaft aerosur gespendet bekommen hat. sie sagt natürlich diese müsse noch für monate reichen, deswegen gäbe sie so wenig aus. sie sagt aber auch, die betreuerinnen könnten sich wöchentlich mehr windeln abholen. die betreuerinnen sagen das gegenteil. auf jeden fall sind die kinder genau wie vor 2 jahren ständig nass und es werden lappen in den windeln benutzt. alle betreuerinnen freuten sich sehr über meine spendenankündigung und baten mich dringend die tägliche windelration zu erhöhen, was bei allen unabhängig voneinander sehr glaubwürdig erschien. mir fällt es schwer ,die situation gut einzuschätzen.
leider kann ich ja nun nicht weiter kontrollieren, inwieweit sich die situation real verbessert. ein freund von mir wird zwar die nächsten 2 monate regelmäßig ins heim schauen und mir bericht erstatten, aber eigentlich braüchte ich mehr hilfe.

der DED reagiert leider auf meine anfrage nicht.
ich habe hier bereits mit frau hiller gesprochen, aber sie ist natürlich nicht begeister, dass es sich um ein staatliches heim handelt. das geht mir genauso, aber gerade weil sich praktisch keine organisationen beteiligen, erscheint es mir so wichtig. ich sehe nur die schlechte situation der bewohner_innen.
deshalb meine frage: seht ihr als verein irgendeine möglichkeit, mir da zu helfen, oder sich in dem heim zu engagieren??
vielleicht möchte sich die reisegruppe das heim auch mal anschauen? ihr fahrt doch sicher nach la paz? wann kommt ihr eigentlich nach bolivien?

ich würde mich wirklich sehr über hilfe freuen!
gerade da ich jetzt weiß, dass sich in den letzten 2 jahren nichts verändert hat ,liegt es mir so am herzen.
ich grüße euch aus tarija

malu und familie eisner
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